Frau mit blonden Haaren und Brille, in schwarzer Jacke, steht auf einer Dachterrasse und blickt zur Seite über eine Stadt mit Hochhäusern, im Hintergrund Sonnenschirme und blauer Himmel mit Wolken. Textüberlagerung: #AssetIntuition, Offen für Neues, Kalo mina 11/2026.

Kalo mina – November 2026

01. November 2026

Offen für Neues

«Und plötzlich weisst du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.» Meister Eckhart

Liebe Leserin, lieber Leser

So vieles ist gerade im Umbruch. Gewollt und ungewollt. In meinem privaten und beruflichen Umfeld begegne ich immer wieder Menschen, die sich auf Neues einlassen. Manche stürzen sich freiwillig in ein Abenteuer, andere werden durch äussere Umstände dazu gezwungen, sich neu zu orientieren.

Da sind Menschen, die scheinbar von einem Tag auf den anderen sagen: «So will ich nicht mehr weitermachen!» Sie kündigen ihre Stelle, gehen frühzeitig in Pension, trennen sich von ihrem Partner oder ihrer Partnerin oder wagen mit einer Weiterbildung einen ganz neuen Schritt.

Natürlich geschieht das selten wirklich plötzlich. Meistens geht ein längerer innerer Prozess voraus, der von aussen kaum sichtbar ist. Gedanken werden hin- und hergewälzt, Möglichkeiten geprüft, Zweifel ausgehalten. Manche suchen bewusst Abstand, um wieder zur Ruhe zu kommen und klarer denken zu können.

Und dann gibt es diesen einen Moment, in dem alles klar ist. Ich staune immer wieder, auch über mich selbst, wie eindeutig das sein kann. Als würde jemand einen Schalter umlegen. Aus einem «Ja, ich will» wird ein «Nein, ich will nicht mehr». Oder umgekehrt.

Wenn das Neue nicht freiwillig kommt

In meiner Arbeit begleite ich auch Menschen, die ihre Stelle verloren haben. Und davon gibt es im Moment leider ziemlich viele. Gerade nach einem unfreiwilligen Abschied braucht es oft erst einmal Zeit, um durchzuatmen, das Erlebte zu verarbeiten und das Alte gut abzuschliessen.

Und irgendwann verändert sich etwas. Ich erlebe immer wieder, wie Menschen plötzlich mit einer ganz anderen Energie ins Gespräch kommen und sagen: «Jetzt bin ich bereit. Jetzt möchte ich vorwärtsgehen.»

Es ist als ob sich der Knoten gelöst hat. Nicht unbedingt, weil schon alle Antworten da sind. Sondern weil die innere Bereitschaft für den nächsten Schritt gewachsen ist.

Auch ich habe mich auf Neues eingelassen

Vor einiger Zeit wurde ich angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Teil eines wachsenden Consulting-Pools zu werden. Meine erste Reaktion war ein klares Nein. Mir fehlten Informationen, ich konnte mir noch kein richtiges Bild machen und wusste nicht, ob das überhaupt zu mir und meiner Selbständigkeit passen würde.

Doch die Anfrage liess mich nicht los. Da war neben all den Fragezeichen auch eine gewisse Neugier.

Also entschied ich mich, nicht gleich abzusagen, sondern mich Schritt für Schritt auf den Prozess einzulassen. Ohne bereits zu wissen, wie ich mich am Ende entscheiden würde.

Nach dem ersten Gespräch mit der Teamleiterin, die ich schon lange kenne, war ich voller Energie. Ich merkte: Wow, das hat etwas mit mir gemacht. Ich bin neugierig geworden und wollte einen Schritt weitergehen.

Beim nächsten Online-Interview während meiner Ferien beobachtete ich deshalb ganz bewusst, wie es mir vor und nach dem Gespräch ging. Fühlte ich mich inspiriert, angeregt und voller Tatendrang? Oder war ich danach eher erschöpft?

Natürlich habe ich auch die Fakten geprüft. Schliesslich muss eine Zusammenarbeit auch fachlich, organisatorisch und menschlich passen.

Was ich an dieser Erfahrung besonders spannend fand: Ich musste nicht von Anfang an wissen, ob ich Ja oder Nein sagen würde. Ich durfte neugierig bleiben, weitere Informationen sammeln, meine Reaktionen beobachten und mir Schritt für Schritt ein klareres Bild machen.

Und irgendwann war die Entscheidung klar. Ich habe Ja gesagt und freue mich über diese neue, weitere Aufgabe. Für euch, liebe Leser:innen hat es nur Vorteile – ich lerne von den Besten dazu.

Für mich war das einmal mehr eine Bestätigung: 
Intuition ersetzt den Verstand nicht. Sie erweitert ihn.

Offen sein heisst nicht, zu allem ja sagen.

Vielleicht ist das für mich gerade eine der wichtigsten Erkenntnisse im Umgang mit Neuem. Wir müssen nicht jede Gelegenheit ergreifen, jede Veränderung begrüssen oder sofort wissen, wohin die Reise führt.

Manchmal genügt es, die eigene erste Reaktion zu hinterfragen, neugierig zu bleiben und einen nächsten Schritt zu wagen. Und manchmal ist ein klares Nein genau die richtige Entscheidung.

Ich finde es spannend, wie unterschiedlich wir Menschen mit Veränderungen umgehen. Was die einen beflügelt, verunsichert die anderen. Und was sich heute noch nicht richtig anfühlt, kann morgen plötzlich stimmig sein.

Wie ist das bei dir? Gibt es etwas in deinem Leben, das dich schon länger beschäftigt? Etwas, das du verändern, loslassen oder neu beginnen möchtest? Und woran merkst du, dass für dich der richtige Moment gekommen ist?

Ich wünsche dir einen November voller Neugier, Zuversicht und Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung. Und natürlich auch die eine oder andere schöne Überraschung.

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