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kalo mina – Mai 2026

04. Mai 2026

Letzte Woche war ich seit langer Zeit wieder einmal richtig wütend. Und wenn ich wütend bin, dann ist wirklich nicht mehr gut Kirschen essen mit mir. Mein Mann und mein Sohn können das bestätigen. Das kommt selten vor. Und wenn es passiert, dann hat es fast immer denselben Grund: Einer meiner wichtigen Werte wurde berührt.

Dieses Mal ging es um Gerechtigkeit. In einer Beziehung mit einem langjährigen Dienstleister.

Ich gehöre zu den Menschen, die ihrem Gegenüber zuerst einmal viele Pluspunkte geben. Vertrauen ist mein Ausgangspunkt. Offenheit auch. Wohlwollen sowieso. Aber wenn dieser Vorrat einmal aufgebraucht ist, dann ist etwas Entscheidendes passiert. Dann geht es nicht mehr um eine einzelne Situation. Dann geht es um einen Wert.

Diese Erfahrung hat mich wieder einmal daran erinnert, wie stark Werte unser Handeln prägen. Nicht nur im Privaten, auch im Berufsleben.

In meiner Arbeit mit Führungskräften höre ich oft Sätze wie: Eigentlich passt alles. Rolle gut. Team gut. Perspektive gut. Und trotzdem stimmt etwas nicht. Sehr häufig zeigt sich darunter eine Spannung zwischen dem, was jemand wichtig findet, und dem, was tatsächlich gelebt wird.

Werte verändern sich im Laufe des Lebens. Was sich jedoch selten verändert, ist ihre Wirkung in dem Moment, in dem sie berührt werden. Dann reagieren wir meist sehr eindeutig. Manchmal überraschend deutlich. Und oft schneller, als wir es selbst erwartet hätten.

Gerade Menschen mit erhöhter Wahrnehmungsfähigkeit merken solche Spannungen früh. Sie registrieren feine Verschiebungen im Umgang miteinander, Inkonsistenzen in Entscheidungen oder Unterschiede zwischen Anspruch und gelebter Realität. Das hat nichts mit Empfindlichkeit zu tun. Es ist eine Form von Orientierungskompetenz, die besonders in komplexen Arbeitskontexten sehr wertvoll ist.

Psychologische Forschung zeigt seit vielen Jahren, dass Werte wie innere Leitprinzipien wirken. Sie beeinflussen, wie wir Situationen bewerten und welche Entscheidungen wir treffen (Schwartz). Gleichzeitig entsteht Motivation besonders dort, wo Entscheidungen mit unseren grundlegenden Bedürfnissen nach Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit übereinstimmen (Deci & Ryan). Gerade in komplexen Situationen ohne eindeutige Lösungen greifen Menschen deshalb stärker auf solche inneren Orientierungssysteme zurück.

Manchmal begegnet mir dieses Thema auch ausserhalb von Gesprächen. Zum Beispiel in einem Bild wie diesem Boot am Strand. (Danke Sandra für das tolle Bild von den Kapverden).

Ein Boot gehört ins Wasser. Dort trägt es. Dort erfüllt es seine Aufgabe. Wenn es dauerhaft im Trockenen liegt, verliert es seine Wirkung.

Mit unseren Werten ist es ähnlich. Wenn wir sie nicht leben, verlieren sie ihre Orientierungskraft. Und wir merken das oft schneller, als wir erklären können, warum etwas nicht mehr stimmt.

Meine Wut letzte Woche war deshalb kein Problem. Sie war ein Signal. Ein sehr klares sogar. Sie hat mir gezeigt, dass ein Wert gesehen werden will.

Vielleicht kennst du solche Momente auch. Dieses innere Stoppsignal, das plötzlich sehr deutlich wird. Genau dort beginnt oft Klarheit.

Wir können alle nach unseren Werten leben. Nach innen und nach aussen. Und damit gestalten wir mehr, als wir manchmal denken: Unsere Entscheidungen, unsere Zusammenarbeit, unsere Beziehungen. Und auch die Wirkung, die wir in unserem Umfeld haben.

Ich wünsche dir einen positiven Mai mit Werten, die dir Orientierung geben, besonders dann, wenn vieles gleichzeitig in Bewegung ist.

Eine Möglichkeit, wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann:

Mit Sensitive Leadership – im 1:1 Coaching für Führungskräfte und HR-Verantwortliche.

Hier geht es darum, dass du deine Intuition als strategische Ressource nutzen lernst, deine Energie bewusst steuerst und resilient führen lernst, auch in komplexen Situationen.

Aktuell exklusiv als 3-Monats-Begleitung im 1:1 Format.

Hier kannst du ein Kennenlerngespräch vereinbaren: Kennenlerngespräch jetzt buchen oder du meldest dich direkt über E-Mail bei mir.

Ausblick: Sensitive Leadership – online

In den kommenden Monaten wird Sensitive Leadership auch als Online-Format angeboten.

Ein Raum für Führungskräfte und HR-Verantwortliche,
die ihre erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit bewusst einordnen, schärfen und als strategische Ressource nutzen möchten – jenseits von reinen Checklisten.

Wenn dich das interessiert, schreibe mir gerne.

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