Und heute muss ich gleich etwas gestehen: Vor lauter „im Moment sein“ haben mich diese Tage Ende Jahr so runtergefahren, dass ich den kalo mina fast vergessen hätte.
Das ist mir in bald 4 Jahren kalo mina noch nie passiert.
Vielleicht ist genau das die Botschaft zum Monatsanfang:
Wenn es stiller wird, wird es nicht weniger wichtig, nur feiner.
Und genau da passieren diese Momente, die bleiben.
Passend dazu mein Januar-Bild, heute entstanden:
Licht. Weite. Klarheit.

Einige Dinge, die mich im Dezember 2025 berührt und bewegt haben:
- Basel: Treffen mit einer alten Freundin
Einfach Zeit haben. Hinhören. Nicht hetzen. Da sein.
Kein Programm. Kein Performance-Modus. Nur Nähe und echtes Interesse. - Samichlausfeier mit Freunden
So simpel, so gut. Gemeinsam lachen, geniessen. Es hat mich daran erinnert: Freude ist oft nicht laut. Sie ist stimmig. - Familienwochenende in Rosenheim
Essen mit Freunden unseres Sohnes, Austausch, neugierig sein, neue Perspektiven. Diese Mischung aus Vertrautheit und frischem Blick. Das ist für mich Weitsicht im Alltag. - Weihnachten mit der Familie & ein Ausflug ins Beyeler Museum
Zeit zusammen. Und dann Kunst. Farben. Raum. Ruhe.
Ein Moment, der mich innerlich sortiert hat, ohne dass ich viel „machen“ musste.
Zusammengefasst:
Am meisten berührt haben mich Momente mit Qualität.
Nähe. Stimmigkeit. Zeit vergessen. Berührt sein. Geniessen.
UND DANN KAM Tayla. Oder besser: der Lift.
Gestern, 31.12.2025, nachmittags. Ich sitze im Büro und schreibe die letzten Rechnungen von 2025. Handy klingelt. Unbekannte Nummer. Normalerweise nehme ich da nicht ab. Mini-Sekunde Zögern. Und dann: doch.
„Do you speak English?“
Mein erster Impuls: suspekt. Ich sage nein.
Dann: „Do you have a dog called Tayla? And do you live at …?“
Ich stocke und wechsle sofort auf Englisch.
„Your dog is in the elevator.“
Bitte was?!?!
Dass Tayla Türen öffnen kann, wussten wir. Dass sie alleine Lift fahren kann, war neu. Zum Glück trägt sie ein Halsband mit ihrem Namen und meiner Telefonnummer.
Und ja: Tayla ist eine hochsensitive Hündin. Sie signalisiert uns sehr genau, wann es ihr zu viel und/oder zu laut wird. Dann sucht sie Lösungen.
Zum Beispiel: Rückzug in den Keller.
Oder neu: ein Solo-Trip mit dem Lift. (Man lernt nie aus.)
Und was hat das mit Hochsensitivität zu tun?
Wenn du hochsensitiv bist (oder mit hochsensitiven Menschen arbeitest), ist das keine „Zusätzlichkeit“, es ist oft dein Betriebssystem.
Du nimmst mehr wahr. Tiefer. Früher.
Das ist manchmal anstrengend. Und gleichzeitig ein Geschenk, wenn du es richtig liest: als Frühwarnsystem.
Was hochsensitive Menschen (und offenbar auch hochsensitive Hündinnen) besonders brauchen:
- Qualität statt Quantität: lieber ein echtes Treffen als zehn oberflächliche Kontakte.
- Pausen ohne Rechtfertigung: Rückzug ist keine Unhöflichkeit, sondern Wartung.
- Stimmigkeit: Orte, Menschen, Termine, die „passen“ – sonst kostet es doppelt Energie.
- Sinnliche Hygiene: weniger Reize, weniger Dauer-Input, mehr Klarheit im Aussen.
- Klare Grenzen: nicht hart, aber sauber. (Ein „Nein“ ist manchmal pure Selbstfürsorge.)
Mini-Impuls für Januar: 3 Minuten Weitsicht
Nimm dir heute oder diese Woche 3 Minuten und beantworte dir ehrlich:
- Welcher Moment im Dezember hatte echte Qualität? Warum?
- Wo habe ich zu viel „durchgedrückt“, obwohl mein System längst „Pause“ sagte?
- Was ist eine kleine Entscheidung im Januar, die mehr Licht, Weite und Klarheit bringt?
Eine kleine, gute Entscheidung reicht. Du musst nicht gleich dein ganzes Leben neu erfinden.
Ich wünsche dir einen Januar mit Freude im Kleinen,
Weitsicht im Handeln,
Momenten, die dich nähren,
und Qualität, die bleibt.



