Serie Jobverlust – Wenn Arbeit endet. Beitragsbild

Wenn Arbeit plötzlich endet – Serie 1/12

23. April 2026

Wie viel bist du dir selbst wert, wenn du nicht arbeitest?

Diese Frage hat mich lange begleitet.

Nach gut zwölf Jahren bei der Bank traf es auch mich.
Das war nach der Finanzkrise 2008/2009.
In dieser Zeit arbeitete ich im internen COACH-Team.
Wir begleiteten Mitarbeitende, deren Stelle wegfiel oder die vorzeitig in Pension gehen mussten.
Ich kannte diese Gespräche und ich wusste, was ein Stellenverlust mit Menschen macht.

Und irgendwann sass ich selbst auf der anderen Seite des Tisches.
Abbau – aus wirtschaftlichen Gründen.
Ich wusste, dass es passieren kann.
Und trotzdem fühlte es sich an wie ein Schlag in die Magengrube.

Von einem Tag auf den anderen war vieles weg. Vieles, das mir lange sehr wichtig war:

  • der Arbeitsrhythmus
  • die Rolle
  • das Team
  • das Gefühl, gebraucht zu werden.

Und da war noch etwas, was ich total unterschätzt hatte:
Jemand anders hatte entschieden, dass diese berufliche Beziehung endet.
Nicht ich.

Wenn du das schon einmal erlebt hast, kennst du diesen Moment vielleicht:
Du sitzt zu Hause, der Kalender ist plötzlich leer. Und du merkst, wie viel von deinem Selbstbild an dieser Arbeit hing.

Dann tauchen Fragen auf.

  • Was will ich wirklich?
  • Wo gehöre ich hin?
  • Wie geht es jetzt weiter?

Und immer wieder diese eine:

  • Wie viel bin ich mir wert, wenn ich gerade keine Rolle habe?

Am Anfang zog ich mich zurück.
Es war mir unangenehm zu sagen:
Ich habe meine Stelle verloren.
Ich, die sich stark über Leistung definiert hatte.

Irgendwann merkte ich: Ich brauche Abstand.
Ich reiste mit meiner Familie nach Griechenland, auf „meine“ Insel. Dort sass ich am Meer, den Wind im Gesicht und den Horizont vor mir.

Langsam begann sich etwas zu ordnen. Und dann war da dieser Moment, als der Gedanke auftauchte, der mich bis heute begleitet:
Wie wertvoll wäre ein Ort für Menschen, deren Arbeit plötzlich endet.
Ein Ort, an dem du kurz anlegen, durchatmen, sortieren, wieder aufstehen, neu entscheiden kannst.

Genau das tue ich heute (immer noch):
Ich begleite Menschen in solchen Übergangsphasen.
Nicht aus dem Lehrbuch. Sondern aus eigener Erfahrung.

In dieser Serie nehme ich dich mit in meine Arbeit im Outplacement.
Und in die Momente, die Menschen erleben, wenn Arbeit plötzlich endet.

Meine Frage an dich:

Wie viel bist du dir selbst wert, wenn deine Arbeit plötzlich wegfällt?

Im nächsten Beitrag erzähle ich, warum in einer Outplacement-Firma, in der ich später gearbeitet habe, nur Menschen arbeiteten, die selbst einmal eine Kündigung erlebt hatten.

Ich begleite Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die mehr wahrnehmen als andere und diese Wahrnehmung klar, reflektiert und entscheidungsfähig nutzen wollen.

Asset: Intuition! Als strategische Entscheidungsressource.

Das könnte dich auch interessieren: